„Wir wollen einen neuen Gründergeist im Land.“
Strahlende Augen bei der Verleihung des Gründerpreises Baden-Württemberg 2026: Gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut zeichnete Sparkassenpräsident Dr. Matthias Neth fünf herausragende Unternehmensgründungen aus. Die prämierten Geschäftsideen stehen für die Innovationskraft der Gründerszene am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg – von einer gelungenen Unternehmensnachfolge über ein Start-up für klimafreundliches Betonrecycling bis hin zu Weiterbildungsangeboten rund um Künstliche Intelligenz. Mit dem Gründerpreis setzen die Sparkassen in Baden-Württemberg ein starkes Zeichen für Unternehmertum, Innovation und den Gründergeist im Land.
Warum Sparkassen für Unternehmensgründungen so wichtig sind
Im Gespräch mit Moderatorin Petra Klein machte Sparkassenpräsident Dr. Matthias Neth deutlich, wie wichtig verlässliche Finanzierungspartner für Gründerinnen und Gründer sind: „Es braucht jemanden, der an Unternehmensgründungen glaubt und sie anschiebt.“ Jede zweite Existenzgründung wird von einer Sparkasse begleitet, so Dr. Matthias Neth.
Die Bewerbungen für den Gründerpreis Baden-Württemberg 2026 wurden von den 50 Sparkassen im Land eingereicht. Viele Institute begleiten Unternehmensgründungen, Start-ups sowie Unternehmensnachfolgen mit spezialisierten Beratungsteams. Eine Expertenjury wählte aus allen Einreichungen fünf innovative Unternehmensgründungen mit besonders überzeugenden Businessplänen aus. Die Preisträgerinnen und Preisträger repräsentieren den starken Gründergeist am Innovationsstandort Baden-Württemberg.
„Unternehmertum ist die treibende Kraft von Fortschritt“
„Wir wollen einen neuen Gründergeist bei uns im Land. Unternehmertum ist die treibende Kraft von Fortschritt und Innovation in der sozialen Marktwirtschaft“, sagte Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, bei der Preisverleihung: „Mut, Risiko- und Leistungsbereitschaft bei der Gründung und auch der Übernahme eines Unternehmens gehören, gerade in herausfordernden Zeiten wie den aktuellen, gewürdigt. Es ist mir ein persönliches Anliegen, Menschen, die bereit sind, ins Risiko zu gehen, die investieren und die Neues wagen, sichtbarer zu machen. Dieser Preis schafft dafür den Rahmen. Alle Preisträgerinnen und Preisträger sind Vorbilder und Zeichen dafür, dass es Unternehmen im Land jeden Tag aufs Neue gelingt, sich im Wettbewerb vor Ort sowie national und international zu beweisen. Das verdient Anerkennung und macht auch Mut.“
Dr. Matthias Neth und Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut übergeben die Preise. „Gründungsförderung – das ist eine Investition in Zukunft Baden-Württembergs“, betont der Sparkassenpräsident.
Jede zweite Existenzgründung wird von einer Sparkasse begleitet – und das seit vielen Jahren. „Es braucht jemanden, der an Gründungen glaubt und sie anschiebt“, so Dr. Matthias Neth.
Warum Gründerinnen und Gründer Vorbilder sind
Dr. Matthias Neth betonte gegenüber den Gründerinnen und Gründern: „Sie zeigen, dass mit neuen Ideen, mit Eigeninitiative und hohem Engagement Wirtschaft erneuert werden kann. Genau das braucht es für ein Musterländle 2.0. Baden-Württemberg muss sich wieder an die Spitze kämpfen. Als Sparkassen-Finanzgruppe stehen wir als Finanzierungspartner für diesen Wandel in der Wirtschaft bereit.“
Das sind die Gewinnerinnen und Gewinner des Gründerpreises Baden-Württemberg 2026
Der erste Platz mit einem Preisgeld von 10.000 Euro ging an Emil Benz und Hugo Benz, Gründer der KLEEGO GmbH in Nagold. KLEEGO ist ein modernes Dienstleistungsunternehmen für Hausmeisterservice, Reinigung, Grünpflege, Winterdienst und technische Objektbetreuung. Das Unternehmen verbindet zuverlässige Arbeit vor Ort mit digital gesteuerten Abläufen und intelligenter Einsatzplanung. So wissen die Mitarbeitenden im täglichen Einsatz klar, wann sie wo gebraucht werden und welche Aufgaben zu erledigen sind. Gleichzeitig erhalten Auftraggeber transparente, nachvollziehbare und verlässliche Servicequalität. KLEEGO sieht die Chance, in einem wichtigen und oft unterschätzten Markt als vertrauenswürdiger Partner neue Standards für professionelle Objektbetreuung zu setzen.
Nominiert von der Sparkasse Pforzheim Calw.
Platz 1: KLEEGO – Unternehmensnachfolge ist eine wichtige Form des Gründens. Emil Benz (links) und Hugo Benz (Mitte) haben in Nagold die Nachfolge eines Dienstleistungsunternehmens für Objektbetreuung angetreten. Sie sichern damit wirtschaftliche Substanz und eröffnen durch Digitalisierung und moderne Mitarbeiterführung neue Perspektiven.
Der mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotierte zweite Platz geht an die Rement GmbH mit Sitz in Karlsruhe. Das Gründerteam bereitet derzeit den industriellen Einsatz eines Verfahrens vor, mit dem Abbruchbeton in Sand und gefälltes Calciumcarbonat (PCC) umgewandelt werden kann. CO2 wird dabei dauerhaft mineralisch gebunden. Die technologische Idee stammt von Gründer Felix Baur, der Rement gemeinsam mit Dr. Achim Stammer und Robert Schleinhege führt. Das Start-up wird vom Institut für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) durch Infrastruktur und wissenschaftliches Sparring unterstützt.
Nominiert von der Sparkasse Karlsruhe.
Platz 2: Rement – Frischer Wind für Betonrecycling und Kreislaufwirtschaft. Das junge Karlsruher Unternehmen Rement erprobt derzeit ein innovatives Verfahren, mit dem Abbruchbeton in hochwertige Bestandteile zerlegt werden kann. Felix Baur, der die Gründungsidee hatte, konnte bei der Preisverleihung nicht dabei sein. Dafür kamen neben den beiden Mitbegründern Dr. Achim Stammer und Robert Schleinhege auch einige Mitarbeitende auf die Bühne (v. l.): Amanda Allmang, Adrian Neukirch, Tim Kurz, Robert Schleinhege, Moderatorin Petra Klein und Dr. Achim Stammer.
Druckluft wird in vielen Produktionsbetrieben benötigt. Marco Jähnig und Thomas Warschburger bieten mit DSS Druckluftsysteme Süd in Hochdorf im Kreis Esslingen technisch durchdachte, wirtschaftliche und ressourcenschonende Lösungen zur Druckluftversorgung. Das Angebot reicht von der Analyse und Optimierung bestehender Anlagen über die Installation neuer Systeme bis hin zu Wartung, Reparatur und Effizienzberatung. DSS Druckluftsysteme Süd belegte den dritten Platz, der mit einem Preisgeld von 5.000 Euro verbunden ist.
Nominiert von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen.
DSS Druckluftsysteme Süd – „Druckluft ist unsere Leidenschaft“, brachten Thomas Warschburger (links) und Marco Jähnig (Mitte) ihre Motivation auf den Punkt. Von Hochdorf im Kreis Esslingen aus sorgen die beiden Gründer dafür, dass Unternehmen die passende Druckluftlösung finden – vom Zahnarzt bis zum Industriekonzern.
Unter dem Leitsatz „Vom Einfachen das Beste“ haben Katharina Traut und Maria Ulrich in Herbrazhofen bei Leutkirch im Allgäu einen historischen Gutshof aus dem Jahr 1853 zu einem Ort für nachhaltigen Tourismus, regionale Kulinarik und Begegnung entwickelt. Das tobel1853 vereint sechs Ferienapartments, ein regionales Bistro sowie Räume für Workshops, Seminare und Feiern unter einem Dach. Mit ihrem ganzheitlichen Konzept sicherten sich die beiden Gründerinnen den vierten Platz, der mit 2.000 Euro dotiert ist.
Nominiert von der Kreissparkasse Ravensburg.
tobel1853 – „Vom Einfachen das Beste“ lautet der Leitsatz von Katharina Traut (links) und Maria Ulrich (rechts). Die beiden Gründerinnen haben in Herbrazhofen bei Leutkirch im Allgäu einen historischen Gutshof aus dem Jahr 1853 in einen Ort verwandelt, der nachhaltigen Tourismus, regionale Kulinarik und ein authentisches Allgäuer Lebensgefühl verbindet.
Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen vor der Frage, wie sie vorhandene Technologien effizient und risikobewusst nutzen können. Das Weiterbildungsunternehmen Codeverge mit Sitz in Pforzheim, gegründet von Jani Ojala und Alexander Schnebel, setzt genau hier an: Mit modular aufgebauten, staatlich geförderten Schulungsprogrammen befähigen sie Mitarbeitende aller Unternehmensbereiche, Künstliche Intelligenz strategisch, sicher und produktiv zu nutzen. Die Geschäftsidee wurde mit dem fünften Platz ausgezeichnet, der mit 1.000 Euro dotiert ist.
Nominiert von der Sparkasse Pforzheim Calw.
Codeverge – Gründer Alexander Schnebel (Mitte) vergleicht den Gründungsprozess mit einer weiten Reise: „Ohne die Förderung der Sparkasse wären wir heute nicht hier.“ Das Unternehmen Codeverge, das er gemeinsam mit Jani Ojala (links) in Pforzheim gegründet hat, ist Anbieter für technologische Weiterbildung.
Dr. Gottfried Greschner erhält den Preis für das Lebenswerk
Seit 2004 wird im Rahmen der Preisverleihung auch eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit geehrt. 2026 ging der Preis an Dr. Gottfried Greschner, Gründer der heutigen init innovation in traffic systems SE mit Sitz in Karlsruhe. Die Gruppe zählt zu den führenden Anbietern integrierter Hard- und Softwarelösungen für den öffentlichen Personennahverkehr – von der Planung und Betriebssteuerung über Ticketing bis zur Fahrgastinformation. Mehr als 1.400 Verkehrsunternehmen vertrauen weltweit auf Lösungen von INIT. Mit mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat die Gruppe 2025 einen Jahresumsatz von rund 330 Millionen Euro erzielt.
„Das ist vielleicht die schönste Form unternehmerischen Erfolgs: Wenn die eigene Arbeit das Leben anderer Menschen ein Stück besser macht“, sagte Dr. Matthias Neth in seiner Laudatio. „Wenn man auf Ihr Lebenswerk blickt, Herr Dr. Greschner, beeindrucken die Zahlen, die internationale Präsenz, die Innovationskraft, die wirtschaftliche Entwicklung. Aber ich glaube, Ihr eigentliches Vermächtnis zeigt sich nicht in Kennzahlen. Ein Lebenswerk entsteht dann, wenn es zum Vorbild wird. Wenn andere Menschen daraus Zuversicht schöpfen. Vertrauen gewinnen in die eigene Kraft. Und für eigene Wege. Das ist Ihnen gelungen.“
Die Pressemitteilung zur Ehrung des Lebenswerks von Dr. Gottfried Greschner finden Sie auf unserer Internetseite unter www.sv-bw.de/presse/pressemitteilungen.
Dr. Gottfried Greschner, Gründer der INIT GmbH, heute init SE, erhielt den Preis für sein Lebenswerk. Aus einer wissenschaftlichen Forschungsarbeit entwickelte er seine Gründungsidee. Heute sorgen die integrierten Hard- und Softwarelösungen der init SE an vielen Orten der Welt für einen reibungslosen öffentlichen Personennahverkehr.
Fotos: ARTIS-Uli Deck