„Es tut gut, dass dieses Engagement gesehen wird“

Kinder- und Jugendsport ohne Ehrenamtliche? Kaum denkbar. Mit immer neuen Ideen und hohem Zeiteinsatz sorgen Engagierte überall im Land dafür, dass junge Menschen Freude an Bewegung, Gemeinschaft und Sport entwickeln. Der Wettbewerb „Vorbilder des Jahres“ der Württembergischen Sportjugend (WSJ) macht dieses Engagement sichtbar – und das seit 20 Jahren. Am 19. Mai wurden in der Sparkassenakademie zehn herausragende Ehrenamtliche mit dem VICTOR ausgezeichnet.

Wenn die Kinder strahlend aus dem Wasser kommen, ist auch Rahma Bouteldji glücklich. Die 22-Jährige ist zertifizierte Schwimmtrainerin und Jugendbeauftragte im Schwimmverein muslimischer Frauen Stuttgart e. V. In einem geschützten Rahmen vermittelt sie Mädchen und Frauen Freude am Wasser. Dabei geht es nicht nur ums Schwimmenlernen, sondern auch um Wohlbefinden, Selbstvertrauen und soziale Teilhabe.

Jugendsport: Viel mehr als „nur“ Bewegung

Auch Alexander Schmidt weiß, wie viel Sport verändern kann. Sein Sohn erlitt vor 13 Jahren eine Hirnblutung. In der Reha äußerte er den Wunsch, wieder Fußball zu spielen. Für den heute 54-Jährigen war schnell klar, dass es dafür ein passendes Angebot geben muss. Beim TSV Musberg gründete er eine inklusive Fußballmannschaft. Heute trainieren dort rund 40 Jugendliche aus der gesamten Region – Nachfrage steigend.

Rahma Bouteldji und Alexander Schmidt sind zwei von insgesamt zehn „Vorbildern des Jahres 2025“, die am 19. Mai in der Sparkassenakademie mit dem Ehrenamtspreis „VICTOR“ ausgezeichnet wurden. Mit dem Wettbewerb würdigt die Württembergische Sportjugend seit mittlerweile 20 Jahren Menschen, die mit großem Einsatz den Kinder- und Jugendsport prägen. Die Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg unterstützt den Wettbewerb seit der ersten Stunde.

„Der Preis ist nicht nur eine Auszeichnung für mich – er bringt auch unsere Idee von Inklusion im Sport voran. Vielleicht kann man diese Idee ja größer machen. Es wäre schön, wenn andere Vereine, das aufgreifen würden.“

Alexander Schmidt, Gründer einer Inklusionsfußballmannschaft bei der TSV Musberg

Ehrenamtliche halten das Vereinsleben am Laufen

„Den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu fördern – das leistet der Sport im Verein überall im Land“, betonte Sparkassenpräsident Dr. Matthias Neth in seiner Begrüßungsrede. Sein Dank galt nicht nur den zehn Preisträgerinnen und Preisträgern, sondern allen Ehrenamtlichen in den Vereinen, „die Woche für Woche mit jungen Menschen trainieren, Wettkämpfe ausrichten und das Vereinsleben am Laufen halten“. Die Sparkassen-Finanzgruppe begleitet den Ehrenamtswettbewerb von der ersten Stunde an. Zum 20. Jubiläum fand die Preisverleihung erstmals in den Räumen der Sparkassenakademie statt.

Theresa Schopper, auch in der neuen Landesregierung Schirmherrin des Wettbewerbs, unterstrich die Bedeutung der Auszeichnung: „Wenn man weiß, wie viel Zeit und Initiative im Jugendsport steckt, dann ist es einfach wichtig, dass man diese Vorbilder auf die Bühne bringt – stellvertretend für viele andere.“

Sonja Carle, Vorsitzende der Württembergischen Sportjugend, betonte die Bedeutung der verlässlichen Unterstützung durch die Sparkassen-Finanzgruppe.„Nur dank der langjährigen, verlässlichen Partnerschaft mit der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg war es möglich, den Wettbewerb 2005 ins Leben zu rufen und nun schon zum 20. Mal auszurichten.“

„Egal mit welchen Einschränkungen die Kinder kommen, jedes macht seinen Fortschritt – auch wenn es nur eine geschwommene Bahn, einmal Tauchen oder ein Sprung vom Beckenrand ist.“

Rahma Bouteldji

Wertschätzung für außergewöhnliches Engagement

Für viele der Ausgezeichneten war der Abend nicht nur eine Ehrung, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung für oft jahrelanges Engagement im. „Es tut gut, dass dieses Engagement gesehen wird“, formulierte es Rahma Bouteldji.  

Überreicht wurden die Preise von zwei Berühmtheiten aus der Sportszene – Handball-Nationalspielerin Antje Döll sowie der frühere Spitzenturner und Olympiamedaillengewinner Eberhard Gienger. Im Mittelpunkt des Abends standen jedoch die Ehrenamtlichen selbst – Menschen, die mit ihrem Einsatz den Kinder- und Jugendsport im Land jeden Tag aufs Neue möglich machen.

„Für mich war es immer selbstverständlich, dass ich meinen täglichen Job im Verein mache. Durch den Preis sehe ich nun, dass ich damit viel bewirkt habe. Das motiviert mich.“

Sanket Sahoo, Badminton-Trainer beim SV Böblingen 

„Vor kurzem habe ich an einem Samstagabend noch mit einem 10-Jährigen für einen Wettkampf trainiert – und am nächsten Tag hat er gewonnen! Es macht mich einfach glücklich, wenn ich erlebe, wie die Kinder sich weiterentwickeln. Für mich ist die Arbeit im Verein Teil meines Lebens.“

Kornelia Dürr, Tennisclub Talheim 1987 e. V. 

Die Vorbilder des Jahres 2025

Ausgezeichnet wurden:

  • Rahma Bouteldji (22), Schwimmverein muslimischer Frauen Stuttgart e. V.
  • Kornelia Dürr (66), Tennisclub Talheim 1987 e. V.
  • Caroline Geng (36), Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Wilhelmsdorf 1960 e. V.
  • Jonas Lingel (39), Turn- und Sportverein (TSV) 1846 Ellwangen e. V.
  • Magnus Pinnekamp (25), Hockey-Club (HC) Tuttlingen e. V.
  • Sanket Sahoo (44), Sportvereinigung (SV) Böblingen e. V.
  • Heidi Schmid (56), Turnverein (TV) Spaichingen 1863 e. V.
  • Alexander Schmidt (54), Turn- und Sportvereinigung (TSV) Musberg e. V.
  • Eberhard Wenzelburger (71), Sportverein (SV) Ingersheim 1950 e. V.
  • Patrick Zirn (26), Skizunft (SZ) Kornwestheim e. V.