Sparkassen in Baden-Württemberg begleiteten ihre Kundschaft stabil in Zeiten des Umbruchs
Sparkassen-Präsident Dr. Matthias Neth: „Kreditvergabe für Investitionen gibt Anlass zu Optimismus“
Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg schauen zufrieden auf das abgelaufene Geschäftsjahr. In 2025 haben sie die kreditwirtschaftliche Versorgung ihrer Kundschaft sichergestellt, indem sie Unternehmen und Selbstständige, die Kommunen sowie Privatpersonen individuell und persönlich mit Finanzdienstleistungen begleitet haben. Die Bilanzsumme der Sparkassen stieg in diesem Zeitraum um 1,7 Prozent auf 254,3 Milliarden Euro. Der Bestand an Krediten belief sich Ende 2025 auf 170,7 Milliarden Euro, eine Steigerung um 1,7 Prozent. Die Kundeneinlagen nahmen um 3,8 Milliarden Euro (+2,1 Prozent) auf 180,5 Milliarden Euro zu. „Die Wirtschaft in Baden-Württemberg ist um Umbruch. In dieser Zeit stehen die Sparkassen verlässlich an der Seite ihrer Kundinnen und Kunden. Das hohe Maß an Kundenvertrauen macht die Sparkassen zum Finanzpartner Nummer eins im Land.“, sagte Sparkassenpräsident Dr. Matthias Neth heute bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart.
Pressemitteilung
Ersparnisse in Höhe von 7,9 Milliarden Euro wurden zu den Sparkassen gebracht. Wertpapiersparen wird immer beliebter
Die Geldvermögensbildung bei Sparkassen stieg in 2025 auf 7,9 Milliarden Euro, nach 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Knapp die Hälfte davon, nämlich 3,8 Milliarden Euro brachten die Kundinnen und Kunden als Einlagen zu ihrer Sparkasse. Liquide Sichteinlagen standen dabei im Fokus. Auch höherverzinsliche Sparformen waren weiterhin beliebt, wenn auch etwas weniger als im Vorjahr. Der größere Teil der Geldvermögensbildung, und zwar 4,2 Milliarden Euro, wurden in Wertpapieren angelegt, insbesondere in Investmentfonds. Gekauft und verkauft wurden Wertpapiere im Wert von 36,9 Milliarden Euro. „Wertpapiersparen wird immer beliebter“, so Dr. Neth. „Die Sparkassen bieten flächendeckend sowohl Finanzbildung als auch Beratung rund um Wertpapiere an. Das Interesse an beidem steigt spürbar.“ Gleichzeitig gäbe es aber auch immer mehr Menschen, die sich eigenständig informierten und auf dieser Basis ihre Anlageentscheidungen völlig selbstständig träfen. „Für Selbstentscheider wollen wir ein noch einfacheres und offensiveres Wertpapierangebot auf den Markt bringen. Denn der Anspruch der Sparkassen ist es, Finanzdienstleistungen für alle anzubieten. Das gilt auch für diejenigen, die zwar die bewährte und verlässliche IT-Infrastruktur ihrer Sparkasse, das breite Wertpapierangebot und die Präsenz vor Ort schätzen, jedoch keine persönliche Wertpapierberatung wünschen.“
Sparkassen in Baden-Württemberg haben das Kreditgeschäft mit Unternehmen und Selbstständigen ausgebaut
Zum Jahresende beliefen sich die Kreditzusagen an Unternehmen und Selbstständige auf 15,5 Milliarden Euro. Das sind 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 13,8 Milliarden Euro; + 4,4 Prozent). Neth: „Nach drei Jahren Rezession lässt die steigende Kreditnachfrage auf eine gewisse wirtschaftliche Belebung hoffen. Tragfähige und zukunftsträchtige Vorhaben werden auch in dieser unsicheren Zeit finanziert. Wir wünschen uns natürlich mehr solcher Investitionsvorhaben.“ Der Mittelstand ist mit dem Angebot der Sparkassen in hohem Maße zufrieden. Das schlägt sich in einer hohen Kundentreue nieder. Sparkassen haben nicht nur den größten Marktanteil im Mittelstand, sie sind auch für rund zwei Drittel ihrer mittelständischen Kundschaft der alleinige Bankpartner.
Menschen wagen wieder häufiger den Schritt in die eigenen vier Wände. Kauf von Bestandsimmobilien dominiert
Im vergangenen Jahr haben die Sparkassen in Baden-Württemberg 10,4 Milliarden Euro für private Immobilienfinanzierungen zugesagt. Das ist ein Plus von 21,5 Prozent und der größte Sprung der vergangenen drei Jahre. Neth: „Wir bewegen uns in Baden-Württemberg in die richtige Richtung. Entspannung auf dem Wohnungsmarkt wird es jedoch erst geben, wenn nicht nur bestehender Wohnraum gekauft, sondern wenn tatsächlich mehr Wohnraum gebaut wird. In 2025 war das der Fall.“ Nach dem Einbruch um mehr als die Hälfte infolge der EZB-Zinswende in 2022 sind Baugenehmigungen in 2025 wieder leicht gestiegen, und zwar auf 23.200. Das geht aus den Daten des Statistischem Landesamt hervor.
Transformationsfinanzierung: Wichtige Etappen gemeistert
Der Finanzierungsbedarf der Kommunen in Baden-Württemberg mit Blick auf die Energieinfrastruktur ist enorm. Die Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg arbeitet daher intensiv an neuen Finanzierungswegen und ist dabei wichtige Schritte vorangekommen.
Bedeutende Fortschritte gibt es gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bei der Entwicklung eines Angebots für Kommunen mit Investitionsbedarf in ihre kommunalen Versorgungsnetze: von der Machbarkeitsstudie, über die Konzeptphase, Gesprächen mit einer Reihe von Interessenten für einen Piloten bis hin zu einer viel beachteten Kapitalmarkt- und Investmentkonferenz. Die LBBW hat hier 400 führende Köpfe aus Wirtschaft, Politik, Kommunalwirtschaft und Finanzwelt in Frankfurt zusammengebracht, um gemeinsam tragfähige Wege zur Finanzierung der Transformation zu erarbeiten. Neth: „Wir begleiten die handfesten Ergebnisse dieser Gespräche sehr eng, denn wir sind überzeugt, dass ein Angebot, wie es die Landesbank Baden-Württemberg und der Rheinische Sparkassenverband mit uns für die Sparkassen konzipiert haben dringend gebraucht wird.“ Der Finanzierungsbedarf der Kommunen mit Blick auf die Energieinfrastruktur ist enorm, und es ist noch offen, wie dieser Kapitalbedarf gedeckt werden soll.
Wertpapieranlagen werden immer beliebter
Die Wertpapieranlagen der Kundinnen und Kunden der baden-württembergischen Sparkassen entwickelten sich 2025 dynamisch. Mit Käufen in Höhe von 20,6 Milliarden Euro (+29,5 Prozent) und Verkäufen von 16,4 Milliarden Euro (+5,4 Prozent) stieg der Wertpapierumsatz auf 36,9 Milliarden Euro – ein Plus von 17,6 Prozent. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem von einer hohen Nachfrage nach Aktien und Investmentfonds. Der Nettoabsatz kletterte auf 4,2 Milliarden Euro und unterstreicht, dass Wertpapiere zunehmend ein fester Baustein der Vermögensbildung sind. Parallel wuchs die Zahl der Wertpapierdepots um 4,0 Prozent auf knapp 1,134 Millionen.
Auch das langfristige Wertpapiersparen gewinnt weiter an Boden: 2025 investierten Sparkassenkundinnen und -kunden mehr als 1,4 Milliarden Euro über Sparpläne in Wertpapiere. Über 249.000 Deka-Fondssparpläne wurden neu abgeschlossen. Der Trend zeigt in Richtung Eigeninitiative – immer mehr Anlegerinnen und Anleger treffen ihre Entscheidungen selbstständig. Darauf reagieren die Sparkassen mit dem Ausbau eines eigenständigen Angebots für sogenannte Selbstentscheider: Ziel ist es, ein ebenso einfaches wie leistungsfähiges Angebot bereitzustellen, das auf der bewährten Infrastruktur der Sparkassen aufsetzt. Ein gemeinsamer Marktauftritt in der zweiten Jahreshälfte soll diesem Kurs zusätzlichen Rückenwind verleihen.
Gesellschaftliches Engagement um 11 Prozent auf 72,3 Millionen Euro erhöht
Die 50 Sparkassen in Baden-Württemberg haben trotz leicht rückläufigem Ergebnis in 2025 ihr Förderengagement in der gesamten Breite deutlich erhöht. Insgesamt gaben sie 72,3 Millionen Euro für Vereine, Institutionen und Projekte vor Ort aus, 11 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Förderschwerpunkte Soziales einschließlich Bildung, Kultur und Sport haben davon besonders profitiert.
Dazu gehören die vielen Engagements, bei denen junge Talente gefördert, Sport und Kultur in die Breite getragen werden und gesellschaftlicher Zusammenhalt gelebt wird. Schon seit vielen Jahrzehnten fördern die Sparkassen den Musikwettbewerb „Jugend musiziert“ (seit 1965), die Finanzbildungsinitiativen „Planspiel Börse“ (seit 1983) und der Beratungsdienst „Geld und Haushalt“ (seit 1958), und die Eliteschulen des Sports (seit 1997). „Die Sparkassen mit ihren 100 Sparkassen-Stiftungen sind ein tragender Pfeiler der gesellschaftlichen Förderung in Baden-Württemberg“, unterstrich Dr. Neth. „Sparkassen sind der Motor, der viele gemeinwohlorientierte Projekte erst ins Rollen bringt.“
Über den Sparkassenverband Baden-Württemberg:
Der Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) fördert das öffentliche Sparkassenwesen und die Zusammenarbeit innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Er stärkt die Position der 50 baden-württembergischen Mitgliedssparkassen als Dienstleister für ihre Kunden und verbessert gemeinsam mit den Sparkassen das Service- und Produktangebot. Der SVBW unterstützt die Sparkassen bei der Ausrichtung auf veränderte Rahmenbedingungen und ermöglicht den gemeinschaftlichen öffentlichen Auftritt mit den Verbundunternehmen.
Kontakt
Michaela Roth
Leiterin Kommunikation & Pressesprecherin
- Telefon
- 0711 - 127 - 77390
- Mobil
- 0170 - 5 90 74 34
- E-Mail senden






